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Damit weltweit nichts verklebt
01.08.2009 Quelle: IHK-Magazin 08.09 Wirtschaftsnachrichten der IHK Mittlerer Niederrhein
Die Produkte des Krefelder Unternehmens B. Laufenberg GmbH wirft der Endverbraucher achtlos weg – sei es beim Gebrauch eines Wundpflasters, eines Klebestreifens, eines Etiketts, einer Tapete. Sei es im Haushalt oder in der Industrie. Bis sie entsorgt werden, sind sie in vielen Bereichen unerlässlich: Die Firma mit Sitz in Hüls ist einer der größten Papierveredler in Europa. Ihr Know-How steckt in Produkten wie Teppichklebeband ebenso wie in Handys, Autos und im Airbus A380. Das Unternehmen mit seinen 180 Mitarbeitern fertigt Trennpapiere, die die Industrie für sämtliche selbstklebende Produkte benötigt. In Krefeld werden jährlich rund 200 Mio. qm an Papier und Folien beschichtet.
Von hier aus gehen die speziellen Papiere in die ganze Welt. „Wir haben auf allen Kontinenten freie Handelsvertreter, die den direkten Kontakt zu den Kunden pflegen“, sagt Jörg Soding, einer der drei Gesellschafter. Mit dem Kauf des weltweiten Trennpapiergeschäfts der Huhtamaki Deutschland GmbH und Co. KG. hat B. Laufenberg im März die Voraussetzungen für die Festigung seiner internationalen Marktposition geschaffen.
Die ausschließlich in Krefeld bearbeiteten Papiere und Folien müssen so auf den jeweiligen Klebstoff abgestimmt sein, dass sie zwar haften, aber nicht verkleben. Dafür wird eine entsprechende, mittlerweile lösemittelfreie Silikon-Schicht aufgetragen, an deren spezieller Zusammensetzung 23 Mitarbeiter im Labor des Unternehmens tüfteln. Mit dem Einsatz des lösemittelfreien Silikons war B. Laufenberg Anfang der 80er Jahre europaweiter Vorreiter.
Begonnen hatte alles in Straelen: Der Firmengründer, nach dem das Unternehmen auch heute noch benannt ist, hat 1947 eine Dachpappenfabrik gegründet. Fünf Jahre später begann man mit der Herstellung von Parafin- und Wachspapieren, bevor die Firma 1960 nach Krefeld-Hüls zog und dort mit der Produktion von Silikonpapieren startete. Nach dem Tod des Firmengründers übernahmen drei damalige Führungskräfte das
Unternehmen. Bei dem Trio an der Spitze ist es geblieben. Allerdings sind es nun deren Nachkommen, die die Geschäfte führen.
Nach und nach ist die Firma in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen – auch optisch. Wenn Unternehmen in der Nachbarschaft geschlossen haben, hat B. Laufenberg die Flächen übernommen. So gibt es mittlerweile acht so genannte Werke an der Krüserstraße und dem Mühlenweg, dazu zählen zwei Produktionshallen, aber auch Lagerhallen, eine Schlosserei und eine Elektrowerkstatt sowie das Laborgebäude. „Vor allem in den vergangenen beiden Jahren haben wir in den Ausbau investiert. Die Erweiterung wurde im Februar abgeschlossen“, sagt Soding. So investierte das Unternehmen vier Mio. Euro in eine neue Anlage – und machte sich fit für die neue Herausforderung.
Dass sich die drei 35 bis 42 Jahre alten Geschäftsführer von der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation nicht abschrecken lassen, beweist der Huhtamaki-Kauf. „Wir haben das Für und Wider bei diesem Projekt im Umfeld der Finanz- und Wirtschaftskrise sehr sorgfältig analysiert. Letztlich war für uns ausschlaggebend, dass es auf der Kundenseite wenige und auf der Marktseite viele Überschneidungen gibt“, sagt Andrea Scheddin, als Geschäftsführende Gesellschafterin verantwortlich für Finanzen und Personal.
Vor allem die starken Übereinstimmungen, aber auch wichtige Ergänzungen im Produktsortiment und in den Marktsegmenten hätten das Interesse an der Übernahme geweckt, sagt Soding. Derzeit sei man damit befasst, die Produktion des Werks in Forchheim nach Krefeld zu holen. Dabei müssen die Krefelder neue Produktions-Wege gehen: Huhtamaki ist spezialisiert auf einseitig silikonisierte Papiere für grafische Produkte (zum Beispiel Werbefolien), B. Laufenberg hat bislang vorwiegend beidseitig silikonisierte Papiere produziert. Und so wird sich die neue Anlage rentieren, die das Silikon nur einseitig aufträgt: Schließlich wollen die Krefelder das Absatzvolumen des Unternehmens durch den Huhtamaki-Kauf mittelfristig um mehr als 40 Prozent steigern.
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